№ 022 · Tiere

Das Wollschwein.

Ungarisches Mangalitza. Krause Wolle, dunkles Fleisch und ein Fettanteil, der für luftgetrocknete Charcuterie wie geschaffen ist. Reift in unserer Salzkammer in Beringstedt.

Drei Mangalitza-Schweine mit krausem, lammähnlichem Fell auf der grünen Frühlingsweide

Mangalitza-Schweine sind ungarische Wollschweine. Sie tragen ein krauses, fast lammähnliches Fell und kommen in drei Farbschlägen vor: blond, rot und Schwalbenbauch. In den 1990er Jahren standen sie kurz vor dem Aussterben. Heute werden sie in Ungarn, Österreich und Süddeutschland wieder gezüchtet, vor allem wegen ihres außergewöhnlichen Fleisches.

Warum nicht vom eigenen Hof?

Bei uns in Beringstedt halten wir Angler Sattelschweine, eine alte norddeutsche Rasse, die zu unseren Weiden und unserem Klima passt. Mangalitzas brauchen andere Bedingungen. Sie wachsen eineinhalb bis zwei Jahre, kommen aus traditionellen Familienbetrieben in Ungarn, und für die Schlachtung und Zerlegung haben wir einen Partner, der diese Rasse seit Jahrzehnten kennt: die Direktvermarktung Steinacker. Was wir dazugeben, ist die Reifung.

Was die Salzkammer aus dem Tier macht.

Mangalitza-Fleisch hat einen außergewöhnlich hohen intramuskulären Fettanteil. Über fünfzehn Prozent, mehr als doppelt so viel wie bei einem Hybridschwein. Dieses Fett ist der Träger für lange Reifung. Schinken, Salami, Speck, Guanciale: was im Sattelschwein schon gut wird, wird im Mangalitza noch ein bisschen intensiver. Die langen Reifezeiten in unserer Salzkammer entfalten dieses Aroma, statt es zu überdecken.

Was wir nicht behaupten.

Mangalitza ist kein Ostermühlen-Tier. Wir haben es nicht gezüchtet, nicht aufgezogen, nicht durch unsere Mutter-Kalb-Logik laufen lassen. Wir verarbeiten es, weil es eine Rasse ist, die wir respektieren und deren Charcuterie zu unserer Salzkammer passt. Wer das Hof-Tier in Reinform sucht, ist beim Angler Sattelschwein richtig.

Stammdaten
Herkunft
Ungarn
Erstmals gezüchtet
19. Jahrhundert, am ungarischen Hof
Status
in den 1990er Jahren fast verschwunden, heute wieder etabliert
Marmorierung
stark
Fettanteil
hoch
Aromaintensität
intensiv
Verarbeitung

Drei Hände.

Vom Hof bis ins Glas durchläuft die Mangalitza drei spezialisierte Stationen. Wir nennen sie, damit klar ist, wo welche Verantwortung liegt.

Partnerbetrieb Ungarn
№ 01 · Aufzucht
Traditionelle Familienbetriebe in Ungarn. Die Tiere wachsen achtzehn bis vierundzwanzig Monate, fast viermal so lange wie ein industrielles Hybridschwein. Auslauf, langsames Wachstum, der typische Fettaufbau dieser Rasse.
Direktvermarktung Steinacker
№ 02 · Schlachtung und Zerlegung
Unser Partner für Mangalitza. Schlachtung und Zerlegung erfolgen dort, weil das Wissen um diese fettreiche Rasse und ihre Anatomie über Jahrzehnte gewachsen ist. Wir machen das bewusst nicht selbst.
Salzkammer Ostermühlen
№ 03 · Reifung
Schinken, Salami, Speck und Guanciale reifen bei uns in Beringstedt. Konstante Temperatur, konstante Luftfeuchte, monate- bis jahrelang. Das ist der Schritt, den wir beisteuern und der dem Stück seine letzte Charakterstufe gibt.
Aus unserer Salzkammer

Mangalitza, bei uns gereift.

Was die Salzkammer aus dem Tier macht. Zwei Produkte im Mangalitza-Sortiment, beide aus der Ostermühlen-Manufaktur.

Mangalitza-Griebenschmalz im Weckglas, 200g, Ostermühlen-Etikett
Griebenschmalz
№ 01 · 200 g
Der Speck der Mangalitza, ausgelassen und mit Grieben veredelt. Streichfähig, aromatisch dicht, ideal aufs Bauernbrot.
Grobe Leberwurst vom Mangalitza im Weckglas, mit gestreifter Schichtung
Grobe Leberwurst
№ 02 · 200 g
Hausmacher-Tradition, grob gewolft, mit dem hohen Fettanteil der Rasse als natürlichem Geschmacksträger.
Das Tier hinter dem Glas

Stellvertreterbilder von Mangalitzas bei anderen Haltern in Europa (Wikimedia Commons, CC BY-SA). Eigene Aufnahmen vom Partnerbetrieb folgen.

Mehr aus dem Schweinestall

Was wir noch halten.